Es gibt viele Wege Chrome zu nutzen und trotzdem vor Google anonym zu bleiben. Einen haben wir im letztem Artikel vorgestellt – die Anonymisierungtools die IDs und mehr von Chrome entfernen. Einen weiteren möchten wir hier vorstellen.
Chrome ist „Open Source“. Aber nur in Anführungszeichen, da Chrome selber nicht Open Source ist. Chromium – wodrauf Chrome basiert – ist Open Source. Also dachten sich ein paar Entwickler, es wäre doch was feines auf Basis von Chromium den Chrome Browser nachzubauen, nur ohne Datensammlung & Co. Das haben sie auch gemacht, und für den Browser in Anlehnung von „Chrome“ den Namen „Iron“ gewählt. Geworben wird auch mit einem Vergleich des Datenschutzes zwischen Chrome und Iron (rechts).
Auf der offiziellen Homepage haben wir Iron also runtergeladen, um das ganze mal für euch zu testen.
Installation geht schnell, nach dem Starten springen uns bei der „Am häufigsten besucht“ Übersicht erstmal 3 Seiten – anscheinend die von den Entwicklern – entgegen. Nichts schlimmes, aber wir wollen ja alle Unterschiede aufzählen. Geht man in das Anpassungs Menü fällt erstmal auf das der „Hilfe“ Menüpunkt durch „Website und Support“ ausgetauscht wurde. Im Optionen >> Details Bereich ist die Liste der Einstellungen bei Iron weitaus kleiner, die „Datenschutz-Einstellungen“ wurden zum Großteil entfernt.
Ansonsten sind auf dem Ersten Blick keine nennenswerten Änderungen zu sehen, das Design ist das Gleiche wie von Google Chrome.
Für viele wird die Geschwindigkeit das wichtigste sein. Bei ersten Tests habe ich mit dem bloßem Auge schonmal keinen Unterschied festgestellt. Große Unterschiede dürften aber auch unwahrscheinlich sein, basieren doch beide auf Chromium und unterscheiden sich auch sonst nicht groß. Trotzdem werde ich versuchen noch genaue Messwerte aufzutreiben.
Nach ein wenig rumspielen ist mir noch ein – für Tab benutzer großer – Fehler aufgefallen. Hat man zuviele Tabs offen reichen diese in der Tabzeile bei Iron über die Minimieren/Schließen-Buttons. Wenn man da nicht auf den Nanometer genau drückt schließt sich der ganze Browser – in Chrome werden die Tabs dann verkleinert wenn sie dem Schließen-Button zu nahe kommen. [Update: Der Fehler wurde inzwischen behoben.]
Und noch ein kleiner Pluspunkt für Iron, auch wenn ich nicht weiß warum es so ist: Bei Chrome konnte ich nie von GoogleMail Anwendungsverknüpfungen erstellen. Nach dem Klicken des „OK“ Knopfs passierte einfach nichts. Mit Iron geht das plötzlich… allerdings bin ich wohl auch der einzige der das Problem mit Chrome hatte.
Fazit: Für Leute die Google nicht trauen ist Iron bestimmt eine tolle Alternative. Ein bisschen warten sollte man allerdings noch, da es momentan noch ein bisschen nach „Wir machen das auf die Schnelle, da sind wir die Ersten“ aussieht. Solange müssten aber auch Anonymisierungstools reichen. Ob Google reagiert und den Browser anonymer macht bleibt abzuwarten.
Wir halten euch auf dem Laufendem, gerne dürft ihr uns auch eure Erfahrungen mit Iron mitteilen :)


Leider fehlt aber auch bei Iron noch das Wichtigste: Eine vernünftige und simple Möglichkeit, um Werbung auszublenden. Dass von Google dies nicht unbedingt kommt, dürfte klar sein. Hier könnte ein Iron ja vielleicht punkten …
Da hast Du wohl Recht, Google wird wohl keine GoogleAds ausblenden lassen. Wobei ich gehört habe das ein Erweiterungssystem für Chrome sogar in Planung ist (von Google).
Es wird bestimmt bald noch Alternativen zu Iron geben, die dann entsprechend evtl. Werbung blocken. Mal schaun :)